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Abschied von Leitendem Geistlichen

Abschied aus dem Amt: Propst Matthias Schmidt geht zurück an die Basis

EKHN/RahnMatthias SchmidtMatthias Schmidt

Oberhessens Propst Matthias Schmidt ist am Sonntag in der Marienstiftskirche in Lich aus seinem Dienst verabschiedet worden. Er geht zurück an die Basis. Seine Nachfolge ist noch offen.

Bildergalerie

Ulrike Scherf und Ulrich Oelschläger bei der Verabschiedung von Matthias Schmidt Gießens Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher Ständchen von Posaunen aus Oberhessen in Lich
EKHN/RahnMatthias Schmidt und Ulrike ScherfMatthias Schmidt und Ulrike Scherf

Die Verabschiedung von Propst Matthias Schmidt in der Licher Marienstiftskirche steht hier als Aufzeichnung bereit: 
www.digitalekirche.online

Der evangelische Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, ist am Sonntagnachmittag (30. Oktober) in Lich von seinem Dienst verabschiedet worden. Der 58 Jahre alte leitende Geistliche geht wieder an die Basis und wird im Rhein-Lahn-Kreis künftig als Pfarrer sowohl in der Krankenhausseelsorge in Lahnstein als auch in der Stiftung Scheuern arbeiten. Schmidt gibt sein Amt, das in anderen Kirchen mit einem Regionalbischof vergleichbar ist, aus persönlichen Gründen vorzeitig ab. Sein regulärer Dienst hätte bis 2027 gedauert. Schmidt wurde vor 13 Jahren von der Kirchensynode in das Amt gewählt und war zuletzt der dienstälteste Propst der hessen-nassauischen Kirche.  Über die Nachfolge soll im kommenden Jahr entschieden werden. Die Propstei Oberhessen mit Dienstsitz in Gießen ist für rund 300.000 Evangelische in den Landkreisen Gießen, Vogelsberg und Wetterau zuständig.

Scherf: Respekt für die Entscheidung

Bei der Verabschiedung äußerte die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf, „großen Respekt“ dafür, dass Schmidt das Amt als Propst vorzeitig zurückgebe, um sich „tiefer und ausführlicher der Seelsorge zu widmen“. Schmidt habe in seiner Amtszeit „mit theologischer Leidenschaft und mit Engagement spirituelle Impulse gesetzt, sich um die weltweite Ökumene verdient gemacht und besondere Verantwortung für die öffentliche Kommunikation des Evangeliums getragen“, sagte sie in der Licher Marientiftskirche. So habe sich Schmidt beispielsweise für die christliche Tradition des Pilgerns im evangelischen Raum stark gemacht oder sei durch seine Mitarbeit im hessischen Rundfunkausschuss und im Privatfunkausschuss zugleich für eine moderne Vermittlung der christlichen Botschaft eingetreten.

Schmidt: Für eine Kirche des Friedens

In seiner Abschiedspredigt als Propst sprach sich Matthias Schmidt für eine Kirche aus, die zu einem „Ort des Gottesfriedens“ werden solle. Menschen sollten dort „mit den Fragmenten und Zerbrechlichkeiten ihres Lebens hinkommen“ können. Dort sollten sie einen „menschenfreundlichen Gott“ finden, der sich ihren Um- und Irrwegen sowie ihren Wunden und Verletzungen annehme. Sich diesem Gott anzuvertrauen bedeute aber zugleich, über „Gerechtigkeit und Unrecht, über Feindschaft und Versöhnung, über gutes Wasser und guten Boden für kommende Generationen zu reden und zu handeln.“ Schmidt wünsche sich in Zukunft eine Kirche, die „öffentlich und mutig und klar einen Gott bekennt, dessen Frieden die Welt durchdringen will und durchdringen wird“.

Zur Person Matthias Schmidt

Matthias Schmidt wurde 1964 in Ingelheim am Rhein geboren. Er studierte Evangelische Theologie zunächst in Mainz und später in Bonn, wo er zusätzlich das Fach Altkatholische Theologie belegte. Nach dem Examen 1989 machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Kommunität Offensive Junger Christen in Reichelsheim im Odenwald. 1991 absolvierte er das Vikariat in der Kirchengemeinde Fränkisch-Crumbach im Odenwald und im Predigerseminar in Friedberg. Im Spezialvikariat arbeitete Schmidt im Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim, wo er insbesondere über Anglikanische, Altkatholische und orthodoxe Kirchen forschte. 1993 wurde Schmidt Pfarrvikar und später Pfarrer in der Kirchengemeinde Neuhäusel im Dekanat Selters. 1997 wechselte er auf die Pfarrstelle in Schlitz im Vogelsberg. 1998 und 1999 war er zusätzlich stellvertretender Dekan im Dekanat Lauterbach und nach dessen Fusion zum Dekanat Vogelsberg kommissarisch dessen stellvertretender Dekan. 2005 reduzierte er seine Pfarrstelle um 50 Prozent und wurde mit halber Stelle Referent für Bildung, Erziehung und Arbeit mit Zielgruppen im Dekanat. 2007 verließ Schmidt den Gemeindedienst und wurde zusätzlich Referent für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Vogelsberg. 2009 wurde er erstmals von der Synode zum Propst gewählt und trat sein Amt ein Jahr später an. Im Herbst 2020 wurde er von der Kirchensynode mit großer Mehrheit  für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Themenschwerpunkte waren die Familiensituation im Vogelsberg, Erziehung und religiöse Bildung. Als seine Hobbys gibt Schmidt Wandern, Tanzen und Kochen an. 

Fotohinweis
Portraitfotos von Propst Schmidt sowie Bilder der Verabschiedung stehen hier zum Download bereit (Quelle: EKHN) https://kirchencloud.kigst.de/index.php/s/KJqN4GUrPjNOCeP

 

 

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